Was ist Xylit?

Süße Produkte ohne Reue genießen zu können, davon träumen sicherlich viele. Aber meistens enthalten die begehrten Leckerein viel Zucker. Mittlerweile gibt es jedoch Alternativen. Mit den natürlichen, aus Pflanzen gewonnenen Süßungsmitteln Xylit und Erythrit süßen Sie ebenso angenehm wie gewohnt, aber mit deutlich weniger Kalorien und absolut zahnfreundlich.

„Xylit“ (auch Birkenzucker genannt) und „Erythrit“ sind Zuckeralkohole, die trotz ihrer Bezeichnung weder Zucker noch Alkohol enthalten. Xylit kommt in vielen Früchten, Gemüsen und Pilzen vor und wird zudem als völlig natürlicher, körpereigener Stoff des menschlichen Organismus in der Leber täglich neu gebildet.

In Europa hergestelltes Xylit wird vor allem in Finnland produziert und deshalb oft als „finnisches Xylit“ bezeichnet. Der verwendete Rohstoff sind Harthölzer (vorwiegend Buche und Birke) aus nachhaltiger Forstwirtschaft.

Aus Übersee nach Deutschland importiertes Xylit wird in der Regel aus abgeernteten Maiskolben gewonnen und kommt zumeist aus China. Das hat einen einfachen Grund, denn Xylit aus China ist anders als Xylit aus den USA oder Argentinien zur Zeit garantiert gentechnikfrei.

Obwohl das finnische Xylit etwas teurer ist, wird es von einem Teil der Verbraucher bevorzugt. Das hat vor allem ökologische Gründe, denn Harthölzer wachsen im Gegensatz zu Mais kaum in Monokulturen. Zudem benötigt man keinen Dünger und keine Pestizide und die CO2-Bilanz bei der Herstellung ist um ein Vielfaches besser.

Teurer, aber deutliche Vorteile gegenüber Zucker
Für die Produktion werden entsprechende Pflanzenbestandteile zerkleinert und mit Wasser vermischt. Dort löst sich das langkettige Holzzucker-Molekül Xylan, das für Menschen unverdaulich ist.

In weiteren Arbeitsschritten entsteht zuerst Xylose und anschließend eine Xylit-Lösung, die dann konzentriert und durch mehrstufige Filterprozesse gereinigt wird. Übrig bleiben als sehr sauberes Endprodukt Xylit-Kristalle, die von Schwermetallen, Verschmutzungen und sogar Pflanzenschutzmitteln befreit sind.

Die aufwändige Herstellung macht Xylit im Vergleich zu Zucker recht teurer. Wird der mögliche Nutzen jedoch in die Investition einbezogen, relativiert sich der Preis wieder.

Bei gleicher Süßkraft enthält Xylit 40% weniger Kalorien als Zucker. Zudem wird es von Diabetikern gut vertragen, da der Körper es fast insulinunabhängig verstoffwechselt. Auch in Sachen Zahnfreundlichkeit kann Xylit punkten, denn für die virulenten Mundbakterien (Karies verursachend) ist Xylit fast überhaupt nicht verwertbar. Während man ihnen mit fermentierbaren Kohlenhydraten wie Zucker (auch Trauben-, Frucht- und Milchzucker sowie Honig) oder Stärkeprodukten Nahrung zuführt und ihre Vermehrung fördert, werden sie mit Xylit quasi ausgehungert.

Für Aufsehen sorgte die sogenannte Turku-Zuckerstudie aus dem Jahr 1975, denn dort konnten finnische Wissenschafter den positiven Einfluss von Xylit auf die Zahngesundheit in einer Langzeitstudie nachweisen. Sie stellten fest, dass sieben Gramm Xylit täglich ausreichten, um Kariesbildung bis zu 90% zu reduzieren, die Mineralisation der Zähne zu fördern und die Zahnbeläge bis zu 50% zu vermindern. Wenn man bedenkt, dass in Europa etwa 90% der Bevölkerung an kariösen Zähnen leiden, deren Behandlungskosten mittlerweile zu den teuersten Gesundheitsausgaben bei den ernährungsabhängigen Krankheiten gehören, dann könnte man mit der Verwendung von Xylit statt Zucker trotz des höheren Kaufpreises viel Geld sparen und auf manchen Zahnarztbesuch verzichten.

Was ist zu beachten?
Wie bei allen Zuckerersatzstoffen, kann die Einnahme von größeren Mengen eine abführende und blähende Wirkung haben. Nach einiger Zeit Gewöhnung verschwinden diese Symptome in der Regel.

Für Säuglinge bis 12 Monate ist Xylit weniger geeignet, denn sie können es noch nicht optimal verstoffwechseln. Vorsicht ist bei einigen Haustierarten geboten, denn z. B. bei Hunden, Ziegen und Kaninchen verursacht Xylit eine starke Insulinausschüttung, was zu einem lebensbedrohlichen Abfall des Blutzuckerspiegels führen kann. Halten Sie Xylit deshalb von solchen Tieren fern. Katzen jedoch vertragen Xylit ohne Probleme.

Menschen mit Fructose-Intoleranz sollten Xylit erst in kleiner Dosis probieren. Bei einigen zeigen sich die gleichen Anzeichen wie beim Fructosekonsum. Für diese Menschen ist „Erythrit“ das bessere Süßungsmittel.



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