Was ist Xylit?

Süße Produkte ohne Reue genießen zu können, davon träumen sicherlich viele. Aber meistens enthalten die begehrten Leckerein viel Zucker. Mittlerweile gibt es jedoch Alternativen. Mit dem aus Pflanzen gewonnenen Süßungsmittel Xylit süßen Sie ebenso angenehm wie gewohnt, aber mit deutlich weniger Kalorien und zahnfreundlicher als mit Zucker.

„Xylit“ (auch Birkenzucker genannt) ist ein Zuckeralkohol, das trotz seiner Bezeichnung weder Zucker noch Alkohol enthält. Xylit kommt in vielen Früchten, Gemüsen und Pilzen vor und wird zudem als völlig natürlicher, körpereigener Stoff des menschlichen Organismus in der Leber täglich neu gebildet, wenn sie Kohlenhydrate abbaut. Im Dickdarm wird Xylit von Bakterien in kleine Teile zesetzt, aufgenommen und anschließend in Form von Wasser und Kohlendioxid wieder ausgeschieden.

In Europa hergestelltes Xylit wird vor allem in Finnland produziert. Der verwendete Rohstoff sind Harthölzer (vorwiegend Buche und ein kleiner Teil Birke) aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Auch ökologische Gründe sprechen für „finnisches Xylit“, denn Harthölzer wachsen im Gegensatz zu Mais kaum in Monokulturen. Zudem benötigt man keinen Dünger und keine Pestizide und die CO2-Bilanz bei der Herstellung ist um ein Vielfaches besser.

Teurer, aber deutliche Vorteile gegenüber Zucker
Für die Produktion werden entsprechende Pflanzenbestandteile zerkleinert und mit Wasser vermischt. Dort löst sich das langkettige Holzzucker-Molekül Xylan, das für Menschen unverdaulich ist.

In weiteren Arbeitsschritten entsteht zuerst Xylose und anschließend eine Xylit-Lösung, die dann konzentriert und durch mehrstufige Filterprozesse gereinigt wird. Übrig bleiben als sehr sauberes Endprodukt Xylit-Kristalle.

Die aufwändige Herstellung macht Xylit im Vergleich zu Zucker recht teurer. Wird der mögliche Nutzen jedoch in die Investition einbezogen, relativiert sich der Preis wieder.

Bei gleicher Süßkraft enthält Xylit 40% weniger Kalorien als Zucker. Zudem wird es vom Körper fast insulinunabhängig verstoffwechselt. Auch in Sachen Zahnfreundlichkeit kann Xylit punkten, denn für die virulenten Mundbakterien ist Xylit fast überhaupt nicht verwertbar. Während man ihnen mit fermentierbaren Kohlenhydraten wie Zucker (auch Trauben-, Frucht- und Milchzucker sowie Honig) oder Stärkeprodukten Nahrung zuführt und ihre Vermehrung fördert, werden sie mit Xylit quasi ausgehungert.

Nach der europäischen "Health-Claims-Verordnung" sind folgende gesundheitsbezogene Angaben über Xylit zulässig:

* Der Verzehr von Lebensmitteln/Getränken, die anstelle von Zucker Xylit enthalten, trägt zur Erhaltung der Zahnmineralisierung bei.

* Der Verzehr von Lebensmitteln/Getränken, die anstelle von Zucker Xylit enthalten, bewirkt, dass der Blutzuckerspiegel nach ihrem Verzehr weniger stark ansteigt als beim Verzehr von zuckerhaltigen Lebensmitteln/Getränken.

Was ist zu beachten?
Wie bei allen Zuckerersatzstoffen, kann die Einnahme von größeren Mengen eine abführende und blähende Wirkung haben. Nach einiger Zeit Gewöhnung verschwinden diese Symptome in der Regel.

Für Säuglinge bis 12 Monate ist Xylit weniger geeignet, denn sie können es noch nicht optimal verstoffwechseln. Vorsicht ist bei einigen Haustierarten geboten, denn z. B. bei Hunden, Ziegen und Kaninchen verursacht Xylit eine starke Insulinausschüttung, was zu einem lebensbedrohlichen Abfall des Blutzuckerspiegels führen kann. Halten Sie Xylit deshalb von solchen Tieren fern. Katzen jedoch vertragen Xylit ohne Probleme.

Menschen mit Fructose-Intoleranz sollten Xylit erst in kleiner Dosis probieren. Bei einigen zeigen sich die gleichen Anzeichen wie beim Fructosekonsum. Für diese Menschen ist „Erythrit“ das bessere Süßungsmittel.



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